Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt. Dass dieses Zitat von Mahatma Ghandi einmal mein absoluter Leitspruch sein würde, hätte ich früher nie geglaubt. Große und kleine Veränderungen waren bei uns in der Familie nämlich nichts Besonderes. Schon als Baby wurde ich von meinen ein- und auswanderfreudigen Eltern immer mitgenommen. Für viele Menschen ist der Multi-Kulti-Flair, der Reiz der Sprachen interessant; für die meisten ist es faszinierend in einem anderen Land zu arbeiten bzw. zur Schule zu gehen; aus meiner Sicht war es einfach normal.
Mein Vater, ein Abenteurer im Herzen und doch so unglaublich geordnet und pflichtbewusst; meine Mutter, die, die alles zum Funktionieren brachte. Oder umgekehrt?
Ordnung, Disziplin und Werte sowie Richtlinien waren in unserer, sich stetig verändernden Umgebung wichtig. Das gab uns wohl die Stabilität innerhalb der ständigen Veränderungen.
Warum ich das erzähle? Nun, um dir ein Gefühl dafür zu geben, welche Bedeutung für mich hinter dem Wort Veränderung steckt. Ein Wort, das ganz verschiedene Ebenen für jeden einzelnen von uns haben kann. Was mag es wohl in dir auslösen?
Für viele bedeutet Veränderung ein längerer Prozess und Veränderung wird ebenso oft als große Herausforderung betrachtet. Wie viele Menschen kennst du, die sich mit Veränderungen leicht tun? Hat es etwas mit Flexibilität und Spontaneität zu tun?
Und wie geht es dir selbst dabei, fällt dir eine Veränderung eher schwer und du denkst jetzt: „Nun, das macht man eben nicht alle Tage!“?
Ich stimme dir zu, eine wirklich große Veränderung ist nicht täglich im Programm. Zum Glück!? In wieweit sie mich, wenn sie dann aber da ist, berührt bzw. mich selbst verändert, im positiven wie im negativen Sinne, ist eine Frage meiner eigenen Einstellung zu meiner Entscheidung! Oder war es etwa gar nicht meine Entscheidung?
Mit 8 fand ich es „cool“, dass meine Eltern auswanderten und die Fragen der Mitschüler, die sich 1001-Geschichten dazu ausdachten, machten mir schon damals bewusst, dass mein Leben vielleicht doch nicht ganz so normal verlief wie bei den meisten meiner Klassenkameraden!
Mit 15 war ich gar nicht mehr so begeistert. In den Jahren in einer “ausländischen” Schule im Ausland, die es gewohnt war, jedes Jahr die Hälfte der Klassen mit neu ankommenden Schülern zu besetzen und die andere Hälfte der Schüler zu verabschieden, wurde es für mich immer schwerer, mich von Menschen zu verabschieden, die ich gerade ins Herz geschlossen hatte, insbesondere zu einer Zeit, als es noch keine Handys und kein Internet gab. Wir alle wussten, dass spätestens nach dem Abi, eine weitere große Veränderung auf uns wartete.
Die Pollen einer Pusteblume sehen aus wie kleine Hubschrauber und genau wie diese Pollen in alle Richtungen davon fliegen, wenn der Wind sie erfasst, so sind wir Kinder von damals heute in aller Welt verstreut.
Frei sein wie ein Vogel und Reisen wollte ich immer schon und da bin ich meinen Berber-Wurzeln auch treu geblieben. Mein Motto als junge Frau war: „Die Karawane zieht weiter“ und meine Freunde sagten bei jedem Treffen: „Bei dir wird es nie langweilig, unglaublich, was du alles veränderst und erlebst in deinem Leben“.
Irgendwann fragte ich mich, ob der Wunsch nach Veränderung zum Zwang werden kann. Wenn ja, wer übte den Zwang aus? Oder war es doch nur Gewohnheit? Ich war ständig in Bewegung, innerlich wie äußerlich! Vom Sport mal abgesehen, über Berufswechsel bis hin zu Fernreisen. Für mich war es normal. Für andere aufregend. Wenn sich bei mir eine Zeit lang nichts tat, wurde es mir regelrecht langweilig.
Mit Begeisterung zu leben, das war mein Motto. Und die Fehler, die ich machte, waren für mich Erfahrungen, manchmal auch schmerzhafte, die mich meine Lebenseinstellung hinterfragen aber auch mich selbst im Spiegel betrachten ließen.
Ein stetiger, nie endender Prozess…(Nächste Woche kommt Teil 2
Eine strahlende Woche wünscht…
Strahlendersonne.de
…denn jede/r Mensch betrachtet und erlebt die Dinge anders!















